OLG München, Urteil, 11.04.2018 - 7 U 1972/17 - EversOK



Gesetz
§ 87 Abs. 1 HGB; § 87 a HGB; § 87 a Abs. 1 Satz 3 HGB; § 87 c Abs. 2 HGB; § 87 c Abs. 1 HGB; § 89 b HGB; § 89 b Abs. 4 Satz 1 HGB; § 195 BGB; § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB; § 199 Abs. 4 BGB; § 167 ZPO; § 286 ZPO; § 529 ZPO
Stichworte
- Sponsorenverträge -; Eventmarketing; Gegengeschäfte; Medienkooperationen; Gastro-Sponsoren-Gegengeschäfte; Firmenfeiern; Anzeigensponsoren; Verjährung des Anspruchs auf Buchauszug; Aufhebung einer vereinbarten Branchensperre; Abdingbarkeit des Provisionsanspruchs des HV; Schrifformklausel; stillschweigende Vertragsänderung; konkludente Abbedingung einer Regelung des HVV
Anmerkung
Vorinstanz LG München, 11.05.2017, 8 HK O 13704/15

zu LS 1 vgl.
Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 87 c Rz. 1;

zu LS 5 Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 87 Rz. 53;

zu LS 6 vgl.
Palandt/Ellenberger, BGB, 77.A., § 199 BGB Rzz. 43, 3;

zu LS 8 vgl. Palandt/Ellenberger, BGB, 77.A., § 204 Rz. 2;

zu LS 14 zum Umstandsmoment vgl. BGH, 12.11.1962 LS 7; Palandt/Grüneberg, BGB, 77.A., § 242 BGB Rz. 87;

zu LS 15 vgl. Palandt/Grüneberg, BGB, 77.A., § 242 Rz. 95;

zu LS 17 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 87 c Rz. 9;

zu LS 21 vgl. Thomas/Putzo/Reichold ZPO, 38.A., § 529 Rzz. 1 - 3; Zöller/Greger, ZPO, 31.A., § 286 Rz. 13;

zu LS 23 vgl. Palandt/Grüneberg, BGB, 77.A., § 311 Rz. 5;

Einer tatsächlich abweichenden Durchführung des HVV kann der Wille zu entnehmen sein, den geschlossenen Vertrag stillschweigend im Vereinbarungswege abzuändern (LAG Nürnberg, 26.01.1999 LS 29 m.w.N. - Hamburg-Mannheimer 4 -). Aus der praktischen Handhabung sind daher Rückschlüsse darauf zu ziehen, von welchen Rechten und Pflichten die Parteien bei Vertragsabschluss ausgegangen sind (BAG, 19.11.1997 LS 10 - Frachtführer 1 -).

zu LS 25 vgl. OLG München, 14.05.2014 LS 29 - Spielfilme auf Videokassetten und DVD -; vgl. aber BGH, 21.09.2005 LS 4 m.w.N., wonach die Individualabrede AGB zwingend vorgeht;

zu LS 26 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 87 Rz. 48;

Gegen eine Auslegung der Vorschrift des § 87 a Abs 1 Satz 3 HGB als bloße Fälligkeitsabrede spricht bereits der Wortlaut der Norm, wonach der HV
unabhängig von einer Vereinbarung Anspruch auf Provision hat, sobald und soweit der Dritte das Geschäft ausgeführt. Damit ist nicht nur die Fälligkeit des Anspruchs gemeint, sondern zugleich wird das Stammrecht auf Provision unabdingbar gestellt (Anm. 1.2 zu BGH, 11.07.1960; vgl. auch OLG Köln, 24.06.2016 LS 3). Anderenfalls könnte die Fälligkeit durch die Abbedingung des Anspruchs auf Provision stets zum Nachteil des HV geregelt werden.